Donnerstag, 22. Oktober 2009

Wochenenden

Eigentlich sind sie ja zum Entspannen da. Diese Wochenenden. Feiern und Ausschlafen. Abends mit einem Bier in der Bar. Mittags mit den Aromen Südamerikas vor dem Fernseher.  Tagsüber mit einer Pizza von Don Pietro’s Lieferdienst auf der Couch. Nichts tun, was nur irgendwie anstrengend sein könnte. Aber damit die Monotonie nicht zu sehr auf’s Hirn schlägt, fängst du an, die Wochenenden zu planen. Und bevor du Erholung sagen kannst, bist ausgebucht. In Ewigkeit. Amen.

Vergangenes Wochenende haben wir auf Zwillinge aufgepasst. 2 ½ Jahre alt. Freitag bis Sonntag. Nicht, dass du mich falsch versteht. Es war mehr als nur lustig. Und weniger anstrengend, als ich befürchtet habe. Sogar das Schlafdefizit hab ich mittlerweile aufgeholt. Nicht, dass du mich noch einmal falsch versteht. Auf den Geschmack gekommen bin ich deshalb noch lange nicht. Obwohl die zwei schon lieb und sehr unterhaltend sind.

Nächstes Wochenende fahren wir in den Seewinkel. Therme-testen. Entspannung pur, wirst du sagen. Aber irgendwie bedeutet das auch wieder ein bisschen Stress. Sachen packen, hinfahren, einchecken, alles anschauen, alles ausprobieren, Sachen packen, mit dem Zug wieder zurück. Wochenende vorbei. Trotzdem freu ich mich natürlich drauf. Ich muss nur aufpassen, dass die Erholung nicht zu kurz kommt. Was schwer sein dürfte. In so einer Therme.

Und so ähnlich geht es bis 2010 weiter. Ich weiß jetzt schon, an welchen Wochenenden ich was vor hab und welche noch frei sind. Und die verplanten sind deutlich in der Überzahl. Stress. Irgendwie. Positiver, keine Frage. Aktivitäten, denen ich mit viel Euphorie entgegenblicke. Aber Stress. Irgendwie.

Das ist auch der Grund dafür, dass ich mich heute endgültig dazu entschlossen habe, meine ursprünglichen Pläne für dieses Wochenende über den Haufen zu schmeissen. Schon schade eigentlich. Graz calling und ich heb nicht ab. Soll die Mobilbox rangehen. Eine gute Freundin feiert Geburtstag. Und so ein Wochenende in Graz, ja das hat schon was, kann ich dir sagen. Keine Stadt, in der ich unbedingt leben muss, aber immer einen Besuch wert. Schön ist’s dort. Aber Stress. Irgendwie.

Schlafplatz organisieren, Sachen packen, Zug, ankommen, schauen, wie man zum Schlafplatz kommt, trinken, feiern, in die Stadt gehen, trinken, feiern, schauen, wie man zum Schlafplatz kommt, schlafen, aufstehen, trinken, feiern und so weiter. So wie damals eben...

Ja, ich rede gern darüber. Im Spätsommer vor drei Jahren war ich, wenn ich mich recht erinner’, zwei Mal in Graz. Für wie lange, darfst du mich nicht fragen. Keine Ahnung. Irgendwo geschlafen. Party bis in den Morgen. Tiroler zum Frühstück. Wunderbare Zeit. Gedankenlos fantastisch. Aber momentan ist mir das zu anstrengend. Stress. Irgendwie.

Da lob ich mir doch die eigenen vier Wände, das Bier, die Aromen und die Pizza. Und hoffe, dass das Geburtstagskind einen schönen und lustigen Abend hat und mir nicht böse ist. I’ll be back, würde der Steirer sagen. Das nächste Mal, wenn Graz anruft, heb ich ab. Versprochen! Bei der Macht von Grayskull!


P.S.: Auch auf diesem Wege: Alles Liebe zum Geburtstag!

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