Ich sehe was, das du nicht siehst und das ist braun. Es ist nicht leicht zu finden, weil es sich verfärbt hat. Blau und auch orange ist es jetzt. Kommt drauf an, wo du hinschaust. Siehst du es auch? Erkennst du es? Es kommt auf dich zu. Immer schneller. Rechts, zwo, drei, vier. Rechts, zwo, drei, vier. Es steht vor dir. Du hast Angst. Es spricht, erzählt dir was von von deiner wackligen Zukunft, die schon der nächste Einwanderer zerstören könnte. Deine Furcht wächst. Es spricht über Hitler und Konzentrationslager. Alles klingt so neu für dich. Eine ganz andere Sichtweise. Es ist überzeugend. Es erklärt dir die Welt so, dass du alles verstehst. Es wäscht dein Gehirn. Jetzt siehst du es auch. Zu spät. Du marschierst mit. Rechts, zwo, drei, vier.
Schau aus dem Fenster! Schau über die Grenzen! Schau auf Statistiken! Was passt dir nicht? Was ärgert dich? Denk darüber nach! Du weißt bestimmt, dass Wien die lebenswerteste Stadt der Welt ist. Östereich ist eines der reichsten Länder auf diesem Planeten, der uns allen gehört. Die Politik funktioniert vielleicht nicht immer, aber manchmal sind langfristige Maßnahmen erforderlich, die unbeliebt sind, damit es irgendwann wieder bergauf geht. Verstehst du das? Glaubst du etwa, dass es von einem Ausländer abhängt, ob du irgendwann mit einem Dosenbier und einem Packerl Tafelwein unter der Brücke landest? Lass dich doch nicht so verunsichern! Lass dich nicht verängstigen! Du wirst deinen Weg schon machen. Ein bisschen Glück gehört vielleicht dazu, aber du alleine hast dein Leben in der Hand. Du kannst alles erreichen.
Du willst Verbesserungen. Und du willst sie jetzt. Aber geht es dir nicht gut? Was fehlt dir, um glücklich zu sein? Und kann dir das nur die rechte Politik geben oder kannst du selbst etwas tun? Du denkst vielleicht, dass rechte Politiker Patentlösungen am Laufband produzieren. Aber hast du ihre Methoden schon einmal hinterfragt? Weißt du, ob sie überhaupt funktionieren könnten? Kannst du garantieren, dass sie langfristig gesehen nicht nur alles noch schlimmer machen?
Politik ist ziemlich undurchsichtig. Du vertraust denen, die alles so erklären, dass du es verstehst. Du schenkst denen Gehör, die dir Angst machen. Und plötzlich misstraust du allem und jedem. Die Frau mit dem Kopftuch wird dazu gezwungen. Die Moschee ist ein Ort des Terrors. Die fünf türkischen Jungs sind eine Einbrecherbande. Der Afrikaner ist ein Drogendealer. Vorurteile prägen jetzt deine Wahrnehmung. Aber kennst du auch nur einen Ausländer? Und kennst du keinen straffällig gewordenen Österreicher? Sind wir alle gute Menschen? Gibt es hierzulande keinen Vater, der seine Tochter einsperrt und vergewaltigt? Keine Gruppe, die in Häuser und Wohnungen einbricht? Keine Traditionen, die nicht in unsere Zeit passen? Hast du schon einmal versucht, hinter das Offensichtliche zu blicken? Würdest du eine Straftat begehen um einem geliebten Menschen das Leben zu retten? Kannst du auf den ersten Blick entscheiden, wer gut und wer schlecht ist? Hast du schon einmal versucht, zu verstehen?
Du hast Angst vor dem Fremden. Du kennst es nicht, verstehst es nicht. Aber du urteilst darüber. Etwas zu verurteilen, dass du nicht kennst, ist wie für etwas zu sein, von dem du keine Ahnung hast. Wenn du das Unbekannte nicht ergründest, lernst du nie etwas Neues kennen und nichts dazu. Warum verurteilst du blind?
Du hasst. Und zwar alle, die nicht so denken wie du. Du bist das Opfer, denkst du. Aber schau in das Gesicht eines Vaters, der mit seiner Familie vor Krieg und Leid geflohen ist und dessen Leben für Österreicher wie dich nicht mehr wert ist als das einer Laborratte! Schau in die Augen eines Zeitzeugen aus dem zweiten Weltkrieg oder in die eines seiner Verwandten und sag ihm, dass es keine Konzentrationslager gegeben hat! Bist du wirklich das Opfer?
Du weißt nicht, was du eigentlich unterstützt. Du hast dich überzeugen lassen. Du konntest dich mit einem H.C. irgendwie ganz gut identifizieren und da war es auch schon um dich und dein vernünftiges Denken geschehen. Und jetzt sitzt du da und bist wieder in der Opferrolle. Weil ganz Österreich deine Präsidentschaftskandidatin verurteilt. Kennst du sie? Weißt du, wofür sie steht?
Das NS-Verbotsgesetz ist verfassungswidrig, sagt sie. Die Aussage, Gaskammern haben nie existiert, ist freie Meinungsäußerung, sagt sie. Ihre zehn Kinder tragen höchst germanische Namen. Alwine, Arne, Hedda, Hildrun, Horst, Mechthild, Sonnhild, Ute, Volker und Wolf. Sie darf offiziell als Kellernazi bezeichnet werden. Ist das patriotisch und heimatbezogen? Denk nach! Nein, wirklich jetzt! Mach die Augen auf und schalt dein Hirn ein! Siehst du es nicht?
Die Angst vor dem Unbekannten, die Angst, die von dir und Gleichgesinnten erst geschürt wird, die Angst, die es ohne euch gar nicht geben würde, die treibt immer neue Wähler in eure Arme. Aber wir alle sind Menschen. Wir alle sind gleich viel wert. Aber nicht für dich. Wenn schon ein Ausländer, dann sollte er ein guter Sportler, Sänger oder zumindest eine unbedingt nötige Unterstützung am Arbeitsmarkt sein. Aber entscheidest du jetzt, wie viel ein Mensch wert ist? Siehst du nicht, dass da etwas verkehrt rennt? Neben der Kultur, neben Mozart und Klimt, neben den Philharmonikern und den Alpen, neben allem, auf das wir Österreicher wirklich stolz sein können, gibt es auch dieses verschissene Österreich, das du mitprägst. Ein Land, in dem manche Menschen gleicher sind als andere. Du redest von Freiheit und meinst damit nur deine eigene.
Ich sehe was, das du nicht siehst und das ist Toleranz, Frieden und wahre Freiheit. Mach die Augen auf! Vielleicht siehst du das dann auch. Bei der Macht von Grayskull!
Frei fliegende Gedanken. Ausgeklügelte und einfache Texte. Literatur und Schund. Schwänke aus der Jugend, aus dem Hier und Jetzt, aus der herannahenden Zeit. Beobachtungen und Erfahrungen. Erdachtes und Echtes. Tonfarben und Klänge. Frisches und Fröhliches. Ergrautes und Trauriges. Komödien und Dramen. Amüsantes und Amouröses. Monologe, Dialoge, Trialoge. Und vieles mehr. Das erwartet euch hier. Bei der Macht von Grayskull! Viel Spaß!
Mittwoch, 3. März 2010
Donnerstag, 25. Februar 2010
Thank you for the music...
„Ach eigentlich eh alles. Was halt g’rad so in den Charts ist.“ Das, meine Damen und Herren, ist die mit Abstand beschissenste Antwort, die man auf die Frage, welche Musik man hört, geben kann. Ich meine, ernsthaft jetzt: Wieso sagt man sowas? Wie kann es sein, dass Musik jemandem so dermaßen am unrhythmischen Arsch vorbei geht?
Liegt es vielleicht an einer schweren Kindheit? Wurde einem als 5-Jähriger Tausend-Watt-Boxen um die Ohren geschnallt? Wurde man von irgendeinem Schlager-Arschloch unsittlich berührt? Steckt dahinter vielleicht eine verkappte Sängerin, die sich in den Achtzigern im Drogenrausch vor jedem dahergelaufenen Promi-Kokain-Dealer sofort entblößt hat, um ihre Pseudo-Karriere zu fördern, natürlich, aufgrund fehlenden Talents, elendig versagt und dann mit allen unmoralischen Mitteln versucht hat, ihr Kind zum Star zu trimmen? Liegt es an der konservativen Klavier-Lehrerin, die, sobald man eine falsche Taste nur anvisiert hat, ihren Stock aus dem Arsch gezogen hat, um ihn dann wutentbrannt auf die Finger schnalzen zu lassen? Wurden alle unmusikalischen Menschen auf irgendeine Art und Weise missbraucht? Das kann es doch nicht sein, oder?
„Über Musik zu sprechen ist wie über Architektur zu tanzen.“ Steve Martin
Ja, es ist ein schwieriges Thema. Menschen fühlen sich immer sehr schnell angegriffen, wenn man irgendetwas vermeintlich Falsches sagt. Mir ist das jetzt ausnahmsweise einmal herzlich egal. Es ist Zeit für philosophischen Scheiss!
Der Musikgeschmack zeigt, wer man ist. Vielleicht ist es so, dass ich das alles zu wichtig nehme, zu viel hineininterpretiere. Mag schon sein. Ich denke aber, Musik offenbart wildfremden Menschen deine Lebenseinstellung und wie du die Welt siehst. Ist wahrscheinlich kein revolutionärer Gedanke, aber es ist etwas Wahres dran.
„Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.” Victor Hugo, frz. Dichter d. Romantik
Versteh’ mich nicht falsch! Ich will da nichts verallgemeinern. Aber wie würdest du zum Beispiel Volksmusik- und Schlager-Fans charakterisieren? Heimatbezogen vielleicht. Konservativ. Seien wir uns ehrlich: weltfremd und xenophob. Klassik-Anhänger wirken sehr kultiviert, geradezu großkotzig. Bei ihnen hat man oft das Gefühl, dass ihre Welt alles andere als heil ist. Indie-Leute sind ja ach so politisch interessiert. Und so weiter. In der Musik spiegelt sich der Charakter.
Klar, es gibt auch Schlager-Fans, die ihr Haus gerne in ein Asyl-Erstaufnahme-Zentrum umfunktionieren würden und es gibt Alternative, denen Politik so egal ist, wie die neuesten Skandale von Lindsay Lohan. Das sind nur Klischees. Ein Haufen Vorurteile. Eigentlich diskriminierend. Mir ist schon klar, dass viele Ausnahmen die Regel bestätigen. Es gibt ja auch viel dazwischen, keine Frage. Aber wer mich kennt, weiß ja eh, dass ich kein verallgemeinender Misanthrop bin. Also, nachdem wir das so wunderbar geklärt hätten, mach ich jetzt weiter.
„Musika ist eine halbe Disziplin und Zuchtmeisterin, so die Leute gelinder und sanftmütiger, sittsamer und vernünftiger macht.” Martin Luther
Egal, zu welcher Musikrichtung man tendiert, in Wahrheit ist doch alles besser, als dem Trend zu folgen. Das bedeutet ja eigentlich nichts anderes, als dass man keinen eigenen Geschmack hat. Und das lässt auch schon wieder Schlüsse auf die Persönlichkeit zu, die in dem Fall quasi kaum vorhanden ist. Ich glaube nämlich, dass jemand, der alles hört, was gerade der letzte Schrei ist, keine Ahnung hat, wer er eigentlich ist. Nur so kann ich mir das erklären. Das mag ja bei einem 15-jährigen Disco-Teenie völlig bedeutungslos sein. Eigentlich ist es komplett egal, objektiv betrachtet. Mir sowieso. Es geht ja niemanden was an, welche Musik ich höre und ob ich mich selbst kenne. Sollen doch überhaupt alle tun, was sie wollen. Dafür bin ich sowieso. Jeder Mensch sollte, solange er damit keine Straftaten begeht, tun können, was er will. Warum das nicht funktioniert, werde ich auch nie kapieren. Warum kann jemand zum Beispiel nicht ganz ohne Probleme überall auf der Welt wohnen und arbeiten? Ach, ich schweif ab. Also zurück! Es geht ja eigentlich darum, dass man überhaupt Musik hört. Also so ganz bewusst, mein ich.
„Das größte Verbrechen eines Musikers ist es, Noten zu spielen, statt Musik zu machen.” Isaac Stern (*1920), amerik. Violinist russ. Herk.
Es gibt da noch ein musikalisches Phänomen. Viele Menschen, kommt mir zumindest vor, hören in ihrer Jugend, sagen wir einmal, Rock. Du kennst bestimmt jemanden, der früher die Stones oder die Beatles gehört hat. Und dann werden sie älter, gründen eine Familie, reissen sich den Arsch auf und vergessen irgendwann die Musik. Einfach wegrationalisiert. Und dann geben sie auf die Frage, was sie gerne hören, im besten Fall die beschissenste Antwort, die man geben kann. Denn das würde zumindest bedeuten, dass sie sich noch irgendwie für Musik interessieren.
Im schlechtesten Fall hat die Verantwortung, die im Laufe ihres Lebens immer größer wurde, dazu geführt, dass sie konservativ geworden sind. Vielleicht wurden sie sogar gekündigt und ein Ausländer hat jetzt ihren Job. Und was hast du gerade gelernt? Solche Menschen hören eher Volksmusik und Schlager als Punk. Richtig. Die Musik, die ihnen eine heile und sorglose Welt vorgaukelt. Ihre Persönlichkeit, ihre Lebenseinstellung, ihre Sicht auf die Welt. Alles hat sich verändert. Die fetten Jahre haben begonnen. Und das ist eine Wandlung, die ich noch weniger nachvollziehen kann, als die Alles-was-in-den-Charts-ist-Scheisse. Die Frage ist nur, ob irgendwo, ganz tief in solchen Menschen, ein Rocker nur gerade seinen Rausch ausschläft.
Die Lebenseinstellung verändert den Musikgeschmack und umgekehrt.
Das ganze mag jetzt für das ein oder andere Ohr etwas zu hart klingen, zu oberflächlich vielleicht, zu pseudo-philosophisch, was es ja ganz eindeutig ist. Aber verdammt noch einmal, es ist leider so. Ich will auch gar nicht wirklich irgendwas oder irgendjemanden schlecht machen. Ich versuch’ nur, das alles zu kapieren. Zu verstehen, wie jemandem Musik so egal sein kann. Mir ist sie nämlich, wie du dir vielleicht mittlerweile denken kannst, zeimlich wichtig. Musik kann Dinge verändern. Musik, das ist doch...weißt, was ich mein? Nicht? Was hörst du eigentlich gern?
„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.”
Friedrich Nietzsche
Ich glaube auch, dass man seinen Musikgeschmack überhaupt nicht eingrenzen darf. Offen für alles zu sein, ist wahrscheinlich ein Geheimnis des Lebens. Warum sollte man als Alternativer nicht auch einen Song von Britney Spears mögen oder als Hansi-Hinterseer-Fan nicht auch Punkrock hören. Ich sag dazu nur: DISCO POGO – dengalengaleng! Was wirklich zählt, ist, dass man sich treu bleibt. Erkenne dich selbst! Amen!
Fazit: Wer Musik aus seinem Leben ausschließt, versäumt eine der besten Erfindungen der Natur. Und über Geschmack kann man nicht streiten. Darum geht's aber auch überhaupt nicht.
Und obwohl der Text jetzt so lang ist und ich versucht hab, alles ganz klar darzustellen, hat wahrscheinlich nicht jeder, der das jetzt alles durchgelesen hat, verstanden, was ich eigentlich meine. Aber es musste trotzdem einmal gesagt werden. Außerdem ist der bisher letzte Blog-Eintrag vom November! Also wirklich...
Bei der Macht von Grayskull!
„Thank you for the music the songs I'm singing
thanks for all the joy they're bringing
who can live without it I ask in all honesty what would life be
without a song or a dance what are we
so I say thank you for the music for giving it to me.“ ABBA
„Music was my first love and it will be my last
music of the future and music of the past
to live without my music would be impossible to do
in this world of troubles my music pulls me through.“ John Miles
„Musik ist die gemeinsame Sprache der Menschheit.”
Henry Wadsworth Longfellow (1807-82), amerik. Dichter
„Musik ist eine höhere Offenbarung als Weisheit und Philosophie.“ Ludwig van Beethoven
„Es schwinden jedes Kummers Falten,/ so lang des Liedes Zauber walten.”
Friedrich von Schiller
„Ich betrachte die Musik als die Wurzel aller übrigen Künste.”
Heinrich von Kleist
„Ich hatte 30 Jahre lang eine wilde Affäre mit einer Dame namens Rock 'n' Roll. Jetzt trenne ich mich von ihr.”
Billy Joel
„Ich verstehe nichts von Musik. In meinem Fach ist das nicht nötig.”
Elvis Presley
„Musik hat von allen Künsten den tiefsten Einfluß auf das Gemüt, ein Gesetzgeber sollte sie deshalb am meisten unterstützen.”
Napoleon I.
Liegt es vielleicht an einer schweren Kindheit? Wurde einem als 5-Jähriger Tausend-Watt-Boxen um die Ohren geschnallt? Wurde man von irgendeinem Schlager-Arschloch unsittlich berührt? Steckt dahinter vielleicht eine verkappte Sängerin, die sich in den Achtzigern im Drogenrausch vor jedem dahergelaufenen Promi-Kokain-Dealer sofort entblößt hat, um ihre Pseudo-Karriere zu fördern, natürlich, aufgrund fehlenden Talents, elendig versagt und dann mit allen unmoralischen Mitteln versucht hat, ihr Kind zum Star zu trimmen? Liegt es an der konservativen Klavier-Lehrerin, die, sobald man eine falsche Taste nur anvisiert hat, ihren Stock aus dem Arsch gezogen hat, um ihn dann wutentbrannt auf die Finger schnalzen zu lassen? Wurden alle unmusikalischen Menschen auf irgendeine Art und Weise missbraucht? Das kann es doch nicht sein, oder?
„Über Musik zu sprechen ist wie über Architektur zu tanzen.“ Steve Martin
Ja, es ist ein schwieriges Thema. Menschen fühlen sich immer sehr schnell angegriffen, wenn man irgendetwas vermeintlich Falsches sagt. Mir ist das jetzt ausnahmsweise einmal herzlich egal. Es ist Zeit für philosophischen Scheiss!
Der Musikgeschmack zeigt, wer man ist. Vielleicht ist es so, dass ich das alles zu wichtig nehme, zu viel hineininterpretiere. Mag schon sein. Ich denke aber, Musik offenbart wildfremden Menschen deine Lebenseinstellung und wie du die Welt siehst. Ist wahrscheinlich kein revolutionärer Gedanke, aber es ist etwas Wahres dran.
„Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.” Victor Hugo, frz. Dichter d. Romantik
Versteh’ mich nicht falsch! Ich will da nichts verallgemeinern. Aber wie würdest du zum Beispiel Volksmusik- und Schlager-Fans charakterisieren? Heimatbezogen vielleicht. Konservativ. Seien wir uns ehrlich: weltfremd und xenophob. Klassik-Anhänger wirken sehr kultiviert, geradezu großkotzig. Bei ihnen hat man oft das Gefühl, dass ihre Welt alles andere als heil ist. Indie-Leute sind ja ach so politisch interessiert. Und so weiter. In der Musik spiegelt sich der Charakter.
Klar, es gibt auch Schlager-Fans, die ihr Haus gerne in ein Asyl-Erstaufnahme-Zentrum umfunktionieren würden und es gibt Alternative, denen Politik so egal ist, wie die neuesten Skandale von Lindsay Lohan. Das sind nur Klischees. Ein Haufen Vorurteile. Eigentlich diskriminierend. Mir ist schon klar, dass viele Ausnahmen die Regel bestätigen. Es gibt ja auch viel dazwischen, keine Frage. Aber wer mich kennt, weiß ja eh, dass ich kein verallgemeinender Misanthrop bin. Also, nachdem wir das so wunderbar geklärt hätten, mach ich jetzt weiter.
„Musika ist eine halbe Disziplin und Zuchtmeisterin, so die Leute gelinder und sanftmütiger, sittsamer und vernünftiger macht.” Martin Luther
Egal, zu welcher Musikrichtung man tendiert, in Wahrheit ist doch alles besser, als dem Trend zu folgen. Das bedeutet ja eigentlich nichts anderes, als dass man keinen eigenen Geschmack hat. Und das lässt auch schon wieder Schlüsse auf die Persönlichkeit zu, die in dem Fall quasi kaum vorhanden ist. Ich glaube nämlich, dass jemand, der alles hört, was gerade der letzte Schrei ist, keine Ahnung hat, wer er eigentlich ist. Nur so kann ich mir das erklären. Das mag ja bei einem 15-jährigen Disco-Teenie völlig bedeutungslos sein. Eigentlich ist es komplett egal, objektiv betrachtet. Mir sowieso. Es geht ja niemanden was an, welche Musik ich höre und ob ich mich selbst kenne. Sollen doch überhaupt alle tun, was sie wollen. Dafür bin ich sowieso. Jeder Mensch sollte, solange er damit keine Straftaten begeht, tun können, was er will. Warum das nicht funktioniert, werde ich auch nie kapieren. Warum kann jemand zum Beispiel nicht ganz ohne Probleme überall auf der Welt wohnen und arbeiten? Ach, ich schweif ab. Also zurück! Es geht ja eigentlich darum, dass man überhaupt Musik hört. Also so ganz bewusst, mein ich.
„Das größte Verbrechen eines Musikers ist es, Noten zu spielen, statt Musik zu machen.” Isaac Stern (*1920), amerik. Violinist russ. Herk.
Es gibt da noch ein musikalisches Phänomen. Viele Menschen, kommt mir zumindest vor, hören in ihrer Jugend, sagen wir einmal, Rock. Du kennst bestimmt jemanden, der früher die Stones oder die Beatles gehört hat. Und dann werden sie älter, gründen eine Familie, reissen sich den Arsch auf und vergessen irgendwann die Musik. Einfach wegrationalisiert. Und dann geben sie auf die Frage, was sie gerne hören, im besten Fall die beschissenste Antwort, die man geben kann. Denn das würde zumindest bedeuten, dass sie sich noch irgendwie für Musik interessieren.
Im schlechtesten Fall hat die Verantwortung, die im Laufe ihres Lebens immer größer wurde, dazu geführt, dass sie konservativ geworden sind. Vielleicht wurden sie sogar gekündigt und ein Ausländer hat jetzt ihren Job. Und was hast du gerade gelernt? Solche Menschen hören eher Volksmusik und Schlager als Punk. Richtig. Die Musik, die ihnen eine heile und sorglose Welt vorgaukelt. Ihre Persönlichkeit, ihre Lebenseinstellung, ihre Sicht auf die Welt. Alles hat sich verändert. Die fetten Jahre haben begonnen. Und das ist eine Wandlung, die ich noch weniger nachvollziehen kann, als die Alles-was-in-den-Charts-ist-Scheisse. Die Frage ist nur, ob irgendwo, ganz tief in solchen Menschen, ein Rocker nur gerade seinen Rausch ausschläft.
Die Lebenseinstellung verändert den Musikgeschmack und umgekehrt.
Das ganze mag jetzt für das ein oder andere Ohr etwas zu hart klingen, zu oberflächlich vielleicht, zu pseudo-philosophisch, was es ja ganz eindeutig ist. Aber verdammt noch einmal, es ist leider so. Ich will auch gar nicht wirklich irgendwas oder irgendjemanden schlecht machen. Ich versuch’ nur, das alles zu kapieren. Zu verstehen, wie jemandem Musik so egal sein kann. Mir ist sie nämlich, wie du dir vielleicht mittlerweile denken kannst, zeimlich wichtig. Musik kann Dinge verändern. Musik, das ist doch...weißt, was ich mein? Nicht? Was hörst du eigentlich gern?
„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.”
Friedrich Nietzsche
Ich glaube auch, dass man seinen Musikgeschmack überhaupt nicht eingrenzen darf. Offen für alles zu sein, ist wahrscheinlich ein Geheimnis des Lebens. Warum sollte man als Alternativer nicht auch einen Song von Britney Spears mögen oder als Hansi-Hinterseer-Fan nicht auch Punkrock hören. Ich sag dazu nur: DISCO POGO – dengalengaleng! Was wirklich zählt, ist, dass man sich treu bleibt. Erkenne dich selbst! Amen!
Fazit: Wer Musik aus seinem Leben ausschließt, versäumt eine der besten Erfindungen der Natur. Und über Geschmack kann man nicht streiten. Darum geht's aber auch überhaupt nicht.
Und obwohl der Text jetzt so lang ist und ich versucht hab, alles ganz klar darzustellen, hat wahrscheinlich nicht jeder, der das jetzt alles durchgelesen hat, verstanden, was ich eigentlich meine. Aber es musste trotzdem einmal gesagt werden. Außerdem ist der bisher letzte Blog-Eintrag vom November! Also wirklich...
Bei der Macht von Grayskull!
„Thank you for the music the songs I'm singing
thanks for all the joy they're bringing
who can live without it I ask in all honesty what would life be
without a song or a dance what are we
so I say thank you for the music for giving it to me.“ ABBA
„Music was my first love and it will be my last
music of the future and music of the past
to live without my music would be impossible to do
in this world of troubles my music pulls me through.“ John Miles
„Musik ist die gemeinsame Sprache der Menschheit.”
Henry Wadsworth Longfellow (1807-82), amerik. Dichter
„Musik ist eine höhere Offenbarung als Weisheit und Philosophie.“ Ludwig van Beethoven
„Es schwinden jedes Kummers Falten,/ so lang des Liedes Zauber walten.”
Friedrich von Schiller
„Ich betrachte die Musik als die Wurzel aller übrigen Künste.”
Heinrich von Kleist
„Ich hatte 30 Jahre lang eine wilde Affäre mit einer Dame namens Rock 'n' Roll. Jetzt trenne ich mich von ihr.”
Billy Joel
„Ich verstehe nichts von Musik. In meinem Fach ist das nicht nötig.”
Elvis Presley
„Musik hat von allen Künsten den tiefsten Einfluß auf das Gemüt, ein Gesetzgeber sollte sie deshalb am meisten unterstützen.”
Napoleon I.
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