Dienstag, 27. Oktober 2009

Nationalfeiertag, die Wahrheit

Gratis Eintritt. Wo denn? Also vielleicht war das einmal so, dass man in den Bundesmuseen am Nationalfeiertag keinen Eintritt zahlen muss. Gestern war das nicht der Fall. Zwei Euro fürs NHM, klar gehst dann hinein und schaust dir das an. Die rEvolution. Darwin. Du weißt schon. Aber zehn Euro fürs KHM und 9,50 für die Albertina. Da kannst auch an irgendeinem anderen Tag gehen. Danke Wikipedia! Arschtritt. Vielleicht ist die Finanzkrise schuld. Oder der Klimawandel. Der ist sowieso die Wurzel allen Übels. Wir sind dann noch in die Kaisergruft. 5 Euro. Okay. Hallo Sisi. Hallo Franz.

 




Danach zu einem Treffen, das sich als ein geschäftliches entpuppte. Mehr oder weniger. Aber das ist eine andere Geschichte. Und dann spontan auf ein Konzert in die Arena. Das hat sich zwar zum Ende hin etwas gezogen, muss ich leider sagen, aber ich will gar nicht schlecht davon reden. Eigentlich war es nämlich sehr schön. Energie gepaart mit sehr viel Leichtigkeit. Selten so etwas gesehen. Danke DREDG! Handkuss.

Viel Kultur am Nationalfeiertag, und nix war umsonst. Bei der Macht von Grayskull!

Sonntag, 25. Oktober 2009

Nationalfeiertag, kurz und knapp

Heute blitzt es nicht in meinem Kopf. Es rumort. Es kracht. Es tscheppert. Der Grund: Die 80er Party gestern. Und heute quasi. Eine weitere Ursache ist wahrscheinlich auch, dass ich so zwischen 6 und halb 7 eingeschlafen bin (Winterzeit wohl bemerkt) und als ich aufwachte und mit einem verschwommenen Blick auf mein Handy lugte, war es erst 11. Weiterschlafen unmöglich. Du musst wissen, dass sich eine lange Nacht nicht unbedingt mit irgendeiner Art von Kreativität verträgt. Und über etwas lange nachdenken, unmöglich. Jede Überlegung schmerzt. Und deshalb halte ich mich heute einmal kurz. Über die Party gibt's zwar auch ein bisschen was zu berichten, aber dazu ein anderes Mal. Vielleicht wenn ich Fotos dazu bekomm.

Also, ich hab dir ja versprochen, dass ich was zum Nationalfeiertag schreib. Eine Rede zur Lage der Nation wird es aber nicht. Nächstes Jahr vielleicht.

Morgen feiern die Österreicher den ersten besatzungsfreien Tag nach dem 2. Weltkrieg und den Beschluss der immerwährenden Neutralität. Übrigens, falls du es noch nicht weißt: Die Bundesregierung hatte noch Alternativen zum 26. Oktober. Wir könnten unser Land auch am 15. Mai feiern. Was ich ja fast logischer finde, weil man an diesem Tag im Jahre 1955 den Staatsvertrag unterzeichnet hat. Du nicht? Österreich ist frei. Figl. Du weisst schon. Aber wie auch immer. Ich erzähl dir jetzt lieber was, das dir wirklich was nützt.

Am Nationalfeiertag finden nicht nur hunderte Fit-Märsche statt. Kennst du das noch? Fit-Marsch. Egal. Jedenfalls: Am 26. Oktober kommst du in Wien anscheinend gratis in die Bundesmuseen. Und dazu gehören die Albertina, das MAK, das KHM, das NHM, das MUMOK, die Österreichische Nationalbibliothek, das Pathologisch-Anatomische Museum (nix für schwache Nerven) und das Technische Museum. Ich hab das nicht gewusst. Danke Wikipedia! Falls dich das interessiert. Sonst marschierst halt. Auch gut.

So, und das war's auch schon wieder von mir. Für heute zumindest. Bei der Macht von Grayskull!

Nachtrag am 26.10.: Hab jetzt auf der Seite des NHM gesehen, dass du 2 Euro für den Eintritt hinlegen musst. Also nicht ganz gratis, aber auch nicht umnsonst. Ob das überall so ist, musst du leider selbst rausfinden...

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Wochenenden

Eigentlich sind sie ja zum Entspannen da. Diese Wochenenden. Feiern und Ausschlafen. Abends mit einem Bier in der Bar. Mittags mit den Aromen Südamerikas vor dem Fernseher.  Tagsüber mit einer Pizza von Don Pietro’s Lieferdienst auf der Couch. Nichts tun, was nur irgendwie anstrengend sein könnte. Aber damit die Monotonie nicht zu sehr auf’s Hirn schlägt, fängst du an, die Wochenenden zu planen. Und bevor du Erholung sagen kannst, bist ausgebucht. In Ewigkeit. Amen.

Vergangenes Wochenende haben wir auf Zwillinge aufgepasst. 2 ½ Jahre alt. Freitag bis Sonntag. Nicht, dass du mich falsch versteht. Es war mehr als nur lustig. Und weniger anstrengend, als ich befürchtet habe. Sogar das Schlafdefizit hab ich mittlerweile aufgeholt. Nicht, dass du mich noch einmal falsch versteht. Auf den Geschmack gekommen bin ich deshalb noch lange nicht. Obwohl die zwei schon lieb und sehr unterhaltend sind.

Nächstes Wochenende fahren wir in den Seewinkel. Therme-testen. Entspannung pur, wirst du sagen. Aber irgendwie bedeutet das auch wieder ein bisschen Stress. Sachen packen, hinfahren, einchecken, alles anschauen, alles ausprobieren, Sachen packen, mit dem Zug wieder zurück. Wochenende vorbei. Trotzdem freu ich mich natürlich drauf. Ich muss nur aufpassen, dass die Erholung nicht zu kurz kommt. Was schwer sein dürfte. In so einer Therme.

Und so ähnlich geht es bis 2010 weiter. Ich weiß jetzt schon, an welchen Wochenenden ich was vor hab und welche noch frei sind. Und die verplanten sind deutlich in der Überzahl. Stress. Irgendwie. Positiver, keine Frage. Aktivitäten, denen ich mit viel Euphorie entgegenblicke. Aber Stress. Irgendwie.

Das ist auch der Grund dafür, dass ich mich heute endgültig dazu entschlossen habe, meine ursprünglichen Pläne für dieses Wochenende über den Haufen zu schmeissen. Schon schade eigentlich. Graz calling und ich heb nicht ab. Soll die Mobilbox rangehen. Eine gute Freundin feiert Geburtstag. Und so ein Wochenende in Graz, ja das hat schon was, kann ich dir sagen. Keine Stadt, in der ich unbedingt leben muss, aber immer einen Besuch wert. Schön ist’s dort. Aber Stress. Irgendwie.

Schlafplatz organisieren, Sachen packen, Zug, ankommen, schauen, wie man zum Schlafplatz kommt, trinken, feiern, in die Stadt gehen, trinken, feiern, schauen, wie man zum Schlafplatz kommt, schlafen, aufstehen, trinken, feiern und so weiter. So wie damals eben...

Ja, ich rede gern darüber. Im Spätsommer vor drei Jahren war ich, wenn ich mich recht erinner’, zwei Mal in Graz. Für wie lange, darfst du mich nicht fragen. Keine Ahnung. Irgendwo geschlafen. Party bis in den Morgen. Tiroler zum Frühstück. Wunderbare Zeit. Gedankenlos fantastisch. Aber momentan ist mir das zu anstrengend. Stress. Irgendwie.

Da lob ich mir doch die eigenen vier Wände, das Bier, die Aromen und die Pizza. Und hoffe, dass das Geburtstagskind einen schönen und lustigen Abend hat und mir nicht böse ist. I’ll be back, würde der Steirer sagen. Das nächste Mal, wenn Graz anruft, heb ich ab. Versprochen! Bei der Macht von Grayskull!


P.S.: Auch auf diesem Wege: Alles Liebe zum Geburtstag!

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Vom zufälligen Schicksal und schicksalshaftem Zufall

„Nicht schon wieder ich“, denkt er sich, als er auf den leeren Platz starrt, auf dem gestern noch sein Toyota Corolla stand. Da war kein Parken-Verboten-Schild. Spontane Baustelle. Vergangene Woche hat man ihm das Autoradio geklaut. Im vergangenen Monat war er im Krankenhaus. Magengeschwür. Wen wundert’s. Dauerstress und viel zu viel Ärger. Seine Frau hat einen anderen kennengelernt. Jünger, muskulöser, gebildeter, romantischer. Mit einem Wort: besser. Seelenverwandt quasi. Das wusste sie sofort, als er in seinen engen Radlerhosen posierte und sie mit einer roten Rose im Mund über die wahren Hintergründe der Weltwirtschaftskrise aufklärte. Die Kinder hat sie mitgenommen. Seine Welt ist zusammengebrochen. Er hat das Gefühl, dass ihm alles entgleitet. Die Kontrolle über sein Leben hat jetzt irgendjemand anders. Und dem scheint es Spaß zu machen, ihn zu quälen.

Kommt im Leben alles immer so, wie es kommen soll? Ist alles geplant? Von einer höheren Macht? Öffnet sich ein Fenster, wenn sich eine Tür schließt? Gibt es so etwas wie Schicksal oder ist alles nur eine Reihe von Zufällen? Bekommt jeder, was er verdient?

Ja. Manchmal. Teilweise. Aber was soll ich sagen. Mein Leben verlief bisher ziemlich nach Plan. Verdient? Keine Ahnung. Es ist, als ob ich durch einen Supermarkt geh’ und die Sachen auf meinem Einkaufszettel der Reihe nach abhak’. Wunderbare Kindheit. Haken. Spannende Jugend. Haken. Freundin, Freunde, Familie, Wohnung, Job. Haken, Haken, Haken, Haken und Haken. Alles im Einkaufswagen, was man braucht. Alles bekommen, was ich wollte. Aber der Weg zur Kassa ist noch weit. Hoffe ich doch.

Zwischendurch war das anders. Es gab Zeiten, in denen im regelmäßigen Abstand von ein paar Wochen etwas passierte. Etwas Schlimmes. Menschen bekamen, was niemand auf dieser Welt verdient. Aber meine engste Familie, mein engster Freundeskreis und ich selbst blieben halbwegs verschont. Warum ausgerechnet er? Warum sie? Warum ich? Diese Fragen musste ich mir bisher eher selten stellen. Klopf, Klopf, Klopf. Schlimmer geht’s immer.

Dass nicht jeder so ein wohlwollendes Schicksal hat, ist mir bewusst. Viele bekommen, was ich niemandem jemals wünschen würde. Leid zum Quadrat quasi. Unglückliche Zufälle? Wahrscheinlich. Die Frage nach dem Warum beschäftigt aber jeden. Auch mich. Wenn auch im positiven Sinn. Da muss man schon dankbar sein, für das, was einem an Glück widerfährt. Aber wem soll man danken? Soll man sich selbst gratulieren oder der höheren Macht? Dann wäre ja doch alles gelenkt, alles Schicksal.  Aber ist das vielleicht nicht nur eine Vorstellung, die uns hilft, Dinge zu verstehen. Eine Sehnsucht, die uns tröstet, wenn der blöde Zufall und das schwere Schicksal gemeinsam etwas aushecken? Ein anderes Thema, das ich vielleicht irgendwann aufgreifen werde.

Dass Unglück und Leid zum Leben gehören, reicht mir jedenfalls nicht als Erklärung. Ohne Elend keine Freude. Blabla. Warum kann nicht jeder zufrieden sein? Warum kann nicht jeder vom Leben das bekommen, was er sich wünscht? Zumindest sollte man darum kämpfen können. Aber selbst das vermag nicht jeder. Ob er nun selbst schuld ist oder nicht. Schicksal oder Zufall? Selbst gelenkt oder Auto-Pilot?

„Der hat aber ein schweres Schicksal.“ Das klingt immer so, als könne er nichts dafür. Und oft ist das auch so. Aber fest steht, dass wir das Glück haben, unser Schicksal zumindest teilweise selbst in die Hand nehmen zu können. Und trotzdem kann immer wieder ein Zufall dazwischen kommen. Es scheint, dass es beides gibt. 

Um sicher zu sein, müsste man mit jemanden reden, der sich auskennt. Am besten mit dieser höheren Macht persönlich, die es vielleicht gibt und die ich jetzt der Einfachheit halber Gott nenne, weil dieser Begriff ohnehin alle Religionen irgendwie abdeckt. Vielleicht frag ich einmal um ein Interview an. Wäre sicher spannend. Da gibt es viele Fragen, die ich nur zu gerne stellen würde. Ich halt euch am Laufenden. Bei der Macht von Grayskull!

„Das Schicksal liegt nicht in der Hand des Zufalls; es liegt in deiner Hand: du sollst nicht darauf warten, du sollst es bezwingen.”
William Jennings Bryan (1860-1925), amerik. Politiker

„Was die Leute gemeiniglich als Schicksal nennen, sind meistens nur ihre eigenen dummen Streiche.”
Arthur Schopenhauer (1788-1860), dt. Philosoph

Dienstag, 20. Oktober 2009

Morgens halb 10 in Wien...

Der Ort: Straßenbahn, Linie D
Die Zeit: morgens halb 10 in Wien.
Die Hauptpersonen: eine Dame mit einem kleinen Kläffer, ein höflicher Mann Mitte 50, ein nicht so höflicher Bauarbeiter und der „Chauffeur".

Die Dame steigt mit ihrem Hund ein. Der Chauffeur bleibt mit der Straßenbahn ohne ersichtlichen Grund fünf Minuten in der Station stehen. Ruhe. Verwunderung.

Der Höfliche: Jetzt tuan’s dem Hund an Maulkorb aufe…Der fohrt sunst nit weida!

Dame: Ach deshalb. Aber ich fahre eh nur eine Station.

Der Höfliche: Jo, oba Vurschrift is Vurschrift.

Dame: Also das ist doch…nein…

Der Höfliche: Herns, i hob a an Hund. Jo, des is für den vielleicht nit ongenehm, aber es muass holt sein.

Dame: Wegen einer Station? Lächerlich ist das!

Der Höfliche: Jo, oba es konn imma wos passiern.

Dame: Mein Hund, der hat noch nie jemandem was getan. Frechheit!

Der Höfliche: Bitte! Jetzt tuan’s holt endlich!

(Die Dame dreht sich um, sucht in ihrer Tasche nach dem Beisskorb und beschwert sich lautstark bei einigen jungen Frauen. Die können ihr Gelächter über das hochrote Gesicht und den unaufhörlichen und doch so sinnlosen Ärger der Dame nicht mehr zurückhalten. Die verpasst ihrem Hund nach fünf Minuten endlich den Maulkorb. Der Chauffeur fährt los. Die Dame ärgert sich weiter und lässt es sich beim Aussteigen nicht nehmen, dem Chauffeur ihre Meinung zu geigen.)

Dame: Also das muss ich mir nicht gefallen lassen.

Chauffeur (rollt mit den Augen, bleibt aber gelassen. Noch.): Bitte steigen’s aus jetzt!

Dame (ihre Stimme überschlägt sich): Also so etwas Blödes wie Sie habe ich noch nie gesehen. Und blöd…Ich werde mich beschwerden. Die Straßenbahnnummer merke ich mir. Sie können sich auf was gefasst machen.

(Der Bauarbeiter mischt sich ein)

Bauarbeiter: Herns, jetzt steigen’s endlich aus Sie olte Gurkn: Hob eh ka Zeit!

(Entsetzt steigt die Dame aus, gestikuliert aber noch heftig…der Chauffeur schließt die Türen)

Bauarbeiter zum Chauffeur: Fohr holt drüba üba die blede Geifen. Donn is a Ruah!

Chauffeur (wild mit den Armen fuchtelnd): Nit üban Hund. Der konn jo eh nix dafia. Über sie sollt i drübafohrn. Üba die Deppate!

Alle leben noch. Bei diesem Ereignis kam kein Tier zu Schaden. Und auch kein Mensch...

Hallo Welt, küss die Hand die Damen, guten Abend die Herren, griaß eich die Madln, Servas die Buam!

Frei fliegende Gedanken. Ausgeklügelte und einfache Texte. Literatur und Schund. Schwänke aus der Jugend, aus dem Hier und Jetzt, aus der herannahenden Zeit. Beobachtungen und Erfahrungen. Erdachtes und Echtes. Tonfarben und Klänge. Frisches und Fröhliches. Ergrautes und Trauriges. Komödien und Dramen. Amüsantes und Amouröses. Monologe, Dialoge, Trialoge. Und vieles mehr. Das erwartet euch hier. Bei der Macht von Grayskull! Viel Spaß!